NACHFOLGE DES PFLEGEBEVOLLMÄCHTIGTEN LÄSST AUF SICH WARTEN

Wichtige Stelle derzeit unbesetzt – Pflege gehört in die Regierung und den Krisenstab

Die Position des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung ist derzeit vakant. Die Amtszeit von Andreas Westerfellhaus, dem 2018 auf dem Deutschen Pflegetag vom damaligen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dieses Amt übertragen wurde, ist Ende des vergangenen Jahres beendet worden. Das Amt gibt es seit 2014, der Pflegebevollmächtigte oder die Pflegebevollmächtigte soll sich für die Interessen der Pflege stark machen und sie somit kennen und können. Die Abberufung des examinierten Krankenpflegers, ohne eine direkte Nachfolge benennen zu können, ist für viele fragwürdig. Dazu Andrea Bergsträßer, Vizepräsidentin der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz:

„Es braucht eine Vertretung der Pflegefachpersonen in der Bundesregierung, um kontinuierlich über die relevantesten pflegepolitischen Themen sprechen zu können. Es kann nicht auf der einen Seite mehr Mitspracherecht versprochen werden und auf der anderen bleibt eine solch wichtige Position während einer Pandemie vakant. Dass sich eine solche Nachricht über ein Berufsportal wie LinkedIn verbreitet, ist mehr als fragwürdig. Auch die Tatsache, dass auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums nicht über diesen Schritt informiert wurde, betrachten wir mit Missgunst.“

Die nun bereits schon seit zwei Jahren bestehende Pandemie zeige deutlich, dass es eine ausgewiesene Pflegeexpertise in der Bundesregierung und den Krisenstäben benötige. Daher sei es ratsam, dass in den Krisenstäben auch die Pflege vertreten sei. Die Politik habe nun die Chance, diese Weichen zu stellen. Experten für das Mitwirken in Krisenstäben gebe es in der Pflege.

„Da muss man sich schon fragen, wie wichtig einem die politische Interessenvertretung der Pflegefachpersonen sein kann. Derzeit fehlt zumindest ein wichtiger Ansprechpartner für pflegerelevante Themen in der Bundesregierung. Die Stelle des Pflegebevollmächtigten hat eben auch eine gewisse Symbolkraft, die nicht unterschätzt werden darf. Auf jeden Fall danken wir Andreas Westerfellhaus für das Engagement der letzten Jahre und hoffen, dass seine Nachfolgerin oder Nachfolger genauso viel Pflegeexpertise mitbringt und sich ebenso sehr für die Interessen und Belange der beruflichen Pflege einsetzt“, so Bergsträßer.

 

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